Kraftstoffpumpe mit Verbindungskanal - 19 PS Motor - Lloyd 600


Laut Kundendienstschreiben Nr. 178 vom 03.01.1956 *klick* wurde den Werkstätten einst mitgeteilt, daß erhöhter Kraftstoffverbrauch, Überlaufen des Vergasers und dadurch bedingtes Stehenbleiben des Motors im wesentlichen auf fehlerhaftes Arbeiten der Kraftstoffpumpe zurückzuführen sei.

Die Fa. Solex hat dann, auf Veranlassung der Lloyd Motorenwerke hin, die Pumpe so geändert, daß ein Verbindungskanal (Zeichnng links rote Markierung) zwischen dem Pumpendruckraum und dem Saugeintritt geschaffen wurde.

Durch diese Verbesserung würden laut Fa. Solex das Vergaserüberlaufen durch zu hohen Pumpendruck und damit ein übermässig hoher Kraftstoffverbrauch vermieden.

Ab Motor Nr. 308 745 wurden dann die Fahrzeuge ab Werk so ausgerüstet.
Alle bisher ausgelieferten Fahrzeuge wurden entsprechend umgerüstet.

Nachfolgende Bilder zeigen das Pumpenoberteil PK 11281, mit Verbindungskanal (rechtes Bild).

Auch in der entsprechenden Abbildung im Werkstatthandbuch Seite M 6-1 *klick* ist der Verbindungskanal ersichtlich.

TS Schrauber werden jetzt meinen, das könne doch so nicht stimmen, bei ihnen ist soetwas nicht vorhanden. Richtig, die Kraftstoffpumpe beim TS (Auslieferung ab 1958) hat diesen Verbindungskanal dann wieder nicht mehr. Sinnigerweise haben beide Pumpen die gleiche Lloyd Ersatzteilnummer 13 17 300-1 und für das Pumpenoberteil die gleiche eingegossene Solex / Pierburg / DVG Nummer PK 11281. Lediglich das Ansaugrohr ist bei der 19 PS Version mit Verbindungskanal "zinkgrau", bei der 25 PS Version "messingfarben". Insoweit kann man die Dinger äußerlich unterscheiden. Gewissheit hat man aber erst nach dem Zerlegen, weil diese Farbunterschiede bei gebrauchten Pumpen nicht mehr so deutlich erscheinen besteht Verwechslungsgefahr.

Nachfolgende Bilder zeigen das Pumpenoberteil PK 11281, ohne Verbindungskanal, so wie es TS Schrauber kennen.

Die Rückkehr, beim Alexander TS, zu einer Kraftstoffpumpe ohne Verbindungskanal beweist, daß ein fehlerhaftes Arbeiten der Kraftstoffpumpe doch nicht vorlag, wie dies im Kundendienstschreiben Nr. 178 *klick* behauptet wurde. Vielmehr war es wohl ein Problem mit dem Schwimmernadelventil ZK 88 (Bild unten links) des 28 VFIS Vergasers beim 19 PS Motor. Im Vergaser für den Alexander TS befand sich ein verbessertes Schwimmernadelventil ZK 88/1 (Bild unten rechts).

Laut Kundendienstrundschreiben Nr. 251, Blatt 7 zweiter Absatz *klick*, welches am 25.06.1958 zur Markteinführung des Alexander TS herausgegeben wurde, ist der Vergaser jetzt mit einem Schwimmernadelventil welches schwimmerseitig eine federbelastete Kugel trägt ausgerüstet. Die kalibrierte Feder absorbiere kleinste Schwimmervibrationen und verhindere deren Einfluß auf den Dichtsitz der konischen Ventilnadel. Diese Neuerung wirke sich günstig auf den Kraftstoffverbrauch aus... Es sei vorgesehen, dieses Schwimmernadelventil auch beim 28 VFIS Vergaser des 19 PS Motors serienmäßig einzubauen.

Mittlerweile sind über 50 Jahre vergangen und es ist durchaus möglich, daß im Rahmen der Ersatzbeschaffung die Pumpen ohne den Unterschied zu kennen einfach so montiert wurden wie sie daherkamen. Interessant wäre jetzt, ob der TS auch mit der anderen Pumpe zurecht kam oder ob er dann bei Vollast zu mager lief. Umgekehrt, was passierte wenn eine TS Pumpe auf einem 19 PS Motor geschraubt wurde ?



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